Massenbach-Letter. NEWS 26.01.18

Massenbach-Letter. News

  • Carnegie: Back to What Future? What Remains for Syria’s Displaced People
  • SWP – Auflösung oder Ablösung? Die internationale Ordnung im Umbruch
  • adelphi / carec :Rethinking Water in Central Asia – The costs of inaction and benefits of water cooperation
  • Friends of Europe: It’s time to stop talking and start developing Africa’s infrastructure
  • Do you remember? Massenbach-Letter.NEWS – Jan 22, 2016 – NZZ: Migration und Sicherheit – Der ohnmächtige Staat.
  • FAZ: Offensive gegen Kurden -: Verstößt die Türkei gegen das Völkerrecht?
  • Turkey Enters the Fray

From our Russian News Desk.

  • Concepts of Uncertainty and the Collision with Reality (attachment)

Massenbach* Carnegie: Back to What Future? What Remains for Syria’s Displaced People

The Islamic State has suffered major reversals in eastern Syria with the liberation of Raqqa and Deir Ezzor. But this alone will not facilitate a large-scale return of refugees. Both governorates have lost their status as economic hubs, and rival actors are vying for control. Rising Kurdish-Arab tensions and potentially abusive security screening methods implemented by forces backed by the international coalition have all increased instability and unpredictability. This reduces the prospect of return.

Syria’s Future?

  • The defeat of the Islamic State in Raqqa and Deir Ezzor governorates will not, alone, lead to a widespread return of refugees.
  • Raqqa’s and Deir Ezzor’s economic links with neighboring governorates are unlikely to be reestablished in the foreseeable future.
  • Because of the conflict, new local leaderships have been put in place by armed groups in a top-down way, making these leaders less representative, therefore less committed to a refugee return.
  • The arbitrary vetting mechanisms for returning refugees by the Syrian Democratic Forces (SDF) are open to abuse, creating fears of revenge killings.
  • Arab suspicions of Kurdish aims in eastern Syria have heightened communal tensions. This, added to a deep sense of uprooting among many refugees, undermines the social cohesion essential for return.

Recommendations/Findings

  • Eastern Syria is vital in the Assad regime’s efforts to reconstitute the territory under its control. It is also crucial to the Kurdish-led Syrian Democratic Forces for securing political legitimacy in a postwar settlement. That is why the Islamic State’s defeat may be followed by a struggle between the two, blocking a refugee return.
  • A Syrian political settlement and the refugee crisis should not be addressed separately. A settlement without a refugee return will hinder reconstruction by keeping away needed professionals and civil society actors. A return without a settlement will lead to local conflicts between traditional leaderships and emerging ones empowered during the war.
  • To be successful, a refugee return should be embedded in a broader political settlement that aims at restoring Raqqa and Deir Ezzor to their traditional roles in Syria’s territorial order, and that engages professionals and civil society, reinforcing social cohesion.
  • In areas taken by the SDF, a compromise could involve encouraging it to place local governance bodies it established under the Syrian state’s umbrella, while preventing the influence of regime security figures or cadres with a background in the Kurdistan Workers’ Party (PKK) over these bodies. This would help the governorates resume their role in Syria’s territorial order, encourage the return of technocrats, and maintain a balance between the regime and the PKK.

(for more see att.)

http://carnegie-mec.org/2018/01/18/back-to-what-future-what-remains-for-syria-s-displaced-people-pub-75306?utm_source=carnegiethisweek&utm_medium=email&utm_campaign=CTW20180118&mkt_tok=eyJpIjoiTVRVMFlqa3dZbUZqWm1OaSIsInQiOiJ2VmxaU3JrTnZOa2tTcUgyXC82bnFTRjFUQ1YzdzVrVFwvcUd5bndTTEhGSytVdVlHNEFLMmg1ZExvVFB2M2E4djcxc2ZrWnpyZEdHNW5USVhNT3hvOFlHYWJ2UjNBQk9UV1VWQTVkaEhoUjBvQldTeHhBcHFFVGZWcnVpZE5SZnlWIn0%3D

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From our Russian News Desk. (The views expressed are the author‘s own.)

– Concepts of Uncertainty and the Collision with Reality (attachment)

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Policy= res publica

Freudenberg-Pilster* Do you remember? Massenbach-Letter.NEWS – Jan 22, 2016

NZZ: Migration und Sicherheit – Der ohnmächtige Staat.

Die Schreckensnacht von Köln zeigt, dass die Einwanderung ausser Kontrolle gerät. Das ist auch Konsequenz einer Politik, die Verantwortungslosigkeit fördert und Sicherheit geringschätzt.

Von Eric Gujer (* 1962 in Zürich) ist ein Schweizer Journalist und Autor. Er ist seit März 2015 Chefredaktor der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ)

Die individuelle Freiheit ist ein hohes Gut, aber sie muss sich vereinbaren lassen mit den Pflichten des Einzelnen und den Ansprüchen der Gesellschaft. Die richtige Balance muss immer wieder ausgehandelt werden. So warnt der Philosoph Mark Lilla vor einem Zeitalter der Beliebigkeit, das an die Stelle der Ideologien im 20. Jahrhundert getreten sei und nur ein Dogma kenne: das der maximalen persönlichen Autonomie. Im Gegensatz zum Liberalismus setzt ein übersteigerter Individualismus der Selbstentfaltung keine Schranken und spricht den Einzelnen von der Verantwortung für die Gemeinschaft frei. Wohin dies führen kann, lässt sich in Deutschland besichtigen, das nach den Übergriffen gegen Frauen in Köln um Fassung ringt.

Eine Frage des Willens

Ein Paradox beherrscht die Bundesrepublik. In der Wirtschaft plädieren die tonangebenden Milieus für den umfassenden Versorgungsstaat, während sie in gesellschaftlichen Fragen konsequent die staatliche Autorität beschneiden und sich grösstmöglicher Toleranz verschreiben. Daraus resultiert eine doppelte Verantwortungslosigkeit: Das Individuum steht weder in der Pflicht für sein wirtschaftliches Fortkommen noch für die Folgen seiner Handlungen. Ein Beispiel hierfür ist die Migrationspolitik, in der sehr viel von der Lage des einzelnen Einwanderers, aber nur wenig von der Aufnahmefähigkeit der Gesellschaft die Rede ist. Begriff und Praxis der Leitkultur sind verpönt, Migranten und Flüchtlinge können mit Nachsicht rechnen, wenn sie die Gesetze des Landes und dessen Werte missachten. Der Unwillen, die eigene Position zu definieren, bedeutet auch ein Stück Selbstaufgabe. Auch deshalb betrachten andere Länder mit ungebrochenem nationalem Selbstverständnis die jüngsten Verrenkungen der europäischen Zentralmacht mit so viel Argwohn.

Das deutsche Zauberwort lautet stattdessen Integration, als lasse sich jede Fremdheit durch hochdosierte Fördermassnahmen überwinden. Die Skepsis gegenüber dem Zwangscharakter staatlicher Autorität korrespondiert mit einem naiven Vertrauen in das Vermögen des Sozialarbeiter-Staates, mit allen Konflikten und individuellen Unzulänglichkeiten fertigzuwerden. Aus der Nacht von Köln folgt daher auch nicht zwingend die Erkenntnis, dass bei einem kleinen Teil der Neuankömmlinge Aufnahmebereitschaft und guter Wille nichts fruchten, sondern nur die Forderung nach noch mehr Integrationskursen.

Der Sinn für Mass und Mitte ist abhandengekommen. So schlägt Gleichgültigkeit urplötzlich in repressiven Aktionismus um, und Politiker überbieten sich mit Vorschlägen für schärfere Paragrafen. In solchen Momenten des Entsetzens wankt auch die Diskurs-Herrschaft von Zeitungskommentatoren und Fernsehmoderatoren, die sich gegen «Vorverurteilung» und «pauschale Betrachtungen» wenden. Ausnahmsweise findet die schweigende Mehrheit mit ihrer Ansicht Gehör, dass Sicherheit ebenso wichtig sei wie Freiheit. Meinungsumfragen fördern zutage, dass vier Fünftel der Befragten für eine umfassende Videokontrolle von Strassen und Plätzen plädieren. Doch die Parlamente lehnen dieses Ansinnen unter Verweis auf den Datenschutz stets ab. Veröffentlichte Meinung und Parteien ignorieren das Sicherheitsbedürfnis der Bürger, weshalb jede Debatte über innere Sicherheit reflexhaft in die Beschwörung des Überwachungsstaates mündet.

Dabei fehlt es Deutschland nicht an den Mitteln zur Behauptung des Rechtsstaates, sondern am Willen zu deren Gebrauch. Das Land unterhält einen grossen und professionellen Polizeiapparat des Bundes und der Länder. Gleichwohl beharrt die Bundesregierung darauf, dass sich die Staatsgrenzen nicht wirksam sichern lassen, weshalb Tausende von Flüchtlingen nur notdürftig registriert ins Land gelangen.

Von den Zuständen an den Grenzen zieht sich eine Linie zur blamablen Hilflosigkeit an Silvester. Wenn von 19 Tatverdächtigen 9 kürzlich eingereiste Asylbewerber sind und sich 9 weitere illegal im Land aufgehalten haben, dann muss man von einem umfassenden Kontrollverlust sprechen. Wenn man zudem erfährt, dass der in Deutschland registrierte Asylbewerber, der in Paris bei einem Attentat erschossen wurde, unter sieben verschiedenen Namen bekannt war und einige Vorstrafen – auch wegen sexueller Belästigung – erhalten hatte, dann scheint die starke Vokabel Staatsversagen beinahe schwach. Da es den Behörden oft nicht gelingt, solche durch Europa vagabundierenden Personen zweifelsfrei zu identifizieren, kann es mit dem Überwachungsstaat nicht allzu weit her sein.

Nährboden für Extremisten

Der Unwille, dem Gewaltmonopol Gültigkeit zu verschaffen, ist evident. Solange Banden maghrebinischen Ursprungs nur Reisende bestehlen, geht man schulterzuckend zur Tagesordnung über. Von derlei Geschehnissen rund um den Kölner Dom wird seit längerem berichtet, doch das Eigentumsrecht steht nicht hoch im Kurs, jedenfalls nicht so hoch wie die Freiheitsrechte der Taschendiebe. Erst wenn dies mit einem anderen individuellen Recht – dem auf sexuelle Unversehrtheit – kollidiert, sieht sich die Politik zum Eingreifen genötigt.

Das Problem des permissiven Staates besteht darin, dass er selbst nicht die Voraussetzungen schaffen kann, auf denen er beruht. Sobald Personen ihre Freiheitsrechte als Deckmantel missbrauchen, um in grosser Zahl Straftaten zu begehen, ist er ratlos. Wenn es der Staat unterlässt, sein Gewaltmonopol durchzusetzen, wer verteidigt dann die Rechte der Übrigen? Freiheit benötigt Schutz, um zu gedeihen. Fehlt dieser Rahmen, macht sich ein Sicherheitsvakuum breit, und bei den Bürgern stellt sich ein Gefühl der Ohnmacht ein. Dies bildet den idealen Nährboden für alle Spielarten von Populisten und Extremisten, die eine illiberale, weil schrankenlose Sicherheit versprechen. Der innere Friede geht dann genau auf die Weise verloren, durch die er bewahrt werden soll: durch falsch verstandene Toleranz, Nachsicht und letztlich Gleichgültigkeit. Schon warnt die Kölner Polizei vor Attacken von Neonazis auf Ausländer. Um solche Auswüchse zu unterbinden, sind Mass und Mitte so zentral.

Im Wissen um diese Zusammenhänge und nach der Erfahrung der Weimarer Republik ersann die Rechtslehre die Idee der wehrhaften Demokratie, die vor ihren Gegnern nicht zurückweicht, nur weil sich diese auf ihre Freiheitsrechte berufen. Nach dem Kalten Krieg, als die Geschichte an ihrem Ende angelangt schien, galt diese Vorstellung als obsolet. Die offensichtlichsten Feinde der Demokratie waren verschwunden, der Westen glaubte gesiegt zu haben. In unserer porösen Weltordnung zeigt sich aber, wie brüchig das selbstgewisse Konzept des Westens oder gar des «Abendlandes» tatsächlich ist. Wenigstens ein Quentchen des wehrhaften Staates bleibt daher notwendiger denn je.

http://www.nzz.ch/der-ohnmaechtige-staat-1.18677974

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Politics: From Vision to Action

Barandat*SWP – Auflösung oder Ablösung? Die internationale Ordnung im Umbruch

Dezember 2017 Die internationale Ordnung befindet sich in einem Umbruch, der die Weltpolitik fundamental verändern wird … richtungweisende Entwicklungen der internationalen Ordnung und ermittelten wesentliche Ursachen für deren tiefgreifende Veränderungen. Die stärkste Triebkraft der jüngeren Tendenzen in der internationalen Ordnung bildet der technologische Wandel. In vielen Bereichen erscheint er so rasant und risikobehaftet, dass darüber nachgedacht werden muss, wie seine Dynamik durch politische Regelwerke einzuhegen wäre. Diese müssen global angelegt sein, da technologischer Wandel universal wirksam wird. Unter den gegenwärtigen Bedingungen internationaler Ordnung lassen sich künftige Entwicklungen kaum mehr abschätzen. Darum sollte Außenpolitik sich stärker auf das Denken in Szenarien stützen. Auch sollte sie sich bemühen, mit Hilfe organisatorischer Innovationen Flexibilitätsreserven zu schaffen. Wichtigste ordnungspolitische Aufgabe deutscher Außenpolitik ist es, die Europäische Union als internationale Ordnungsmacht handlungsfähig zu machen. Denn weder die USA noch die Volksrepublik China bieten die Gewähr für eine konsequent multilaterale Ordnungspolitik nach deutschem und europäischem Verständnis. Allerdings könnte ein starkes Europa beide durchaus in diesem Sinne beeinflussen

Die deutsche und europäische Außenpolitik muss sich in dieser Auseinandersetzung klar positionieren. Sie muss Farbe bekennen und sich für Europas politische Prinzipien und Werte starkmachen, um die normativen Grundlagen der liberalen internationalen Ordnung zu bewahren. Wie gut ihr das gelingt, wird sich vor allem an ihrer eigenen politischen Praxis und kritischen Reflexion ablesen lassen. Es ist nicht das Ziel, andere Staaten zu missionieren, sondern das zu praktizieren, wofür Europa steht, selbst wenn das bedeutet, dass europäischen Unternehmen bisweilen Exportaufträge entgehen. In diesem Zusammenhang geht es auch um die Identität Deutschlands und Europas sowie ihr außenpolitisches Selbstverständnis in der Weltpolitik. Deutschland und Europa gehören zum Kreis der kapitalistischen, wohlfahrtsstaatlich orientierten Demokratien. Ihre Werte sind nicht spezifisch »westlich«, wie oft gesagt wird, sondern entsprechen dem universell akzeptierten und ratifizierten Wertekanon der gegenwärtigen internationalen Ordnung. Er beruht keineswegs nur auf dem Erbe des politischen und wirtschaftlichen Liberalismus und der europäischen Aufklärung, sondern auch auf anderen Fundamenten, wie etwa der Ächtung des Krieges als Mittel der Politik oder dem Prinzip der Verantwortung für den Erhalt der Umwelt. Diese Identität als moderner europäischer Wohlfahrtsstaat hat aber durch die politische Praxis an Glaubwürdigkeit und Ausstrahlung eingebüßt. Deshalb muss sie auf nationalstaatlicher wie auf europäischer Ebene überzeugend und realistisch neu definiert, ausgestaltet und fortentwickelt werden … Die wichtigste Aufgabe der deutschen Außenpolitik besteht darin, die Europäische Union als internationale Ordnungsmacht handlungsfähig zu machen. Einerseits ist dazu eine stärkere demokratische Ausgestaltung der europäischen Integration vonnöten. Das bedeutet, dass Kompetenzen an die Mitgliedstaaten rückverlagert werden müssen und deren Verantwortlichkeiten klarer zu benennen sind. Andererseits ist konsequente Supranationalität dann gefragt, wenn sie helfen kann, Europas Gestaltungsfähigkeit zu erhöhen

https://www.swp-berlin.org/fileadmin/contents/products/studien/2017S21_mul_hg.pdf

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adelphi / carec
Rethinking Water in Central Asia – The costs of inaction and benefits of water cooperation
23.11.2017 … The collapse of the political, social and economic system in Central Asia in the early 1990s has resulted in intensive competition for water resources in and between Central Asian countries. Despite numerous efforts by international partners to strengthen regional cooperation and dialogue, cooperation has remained very limited … Central Asia is witnessing intense competition over water resources and their use for irrigation and hydropower generation. Despite general political commitment to cooperation, water policies in Central Asia are largely driven by uncoordinated and partly contradicting national strategies … Based on an analysis of the reasons for non-cooperation and lessons learned, it examines the risks and costs of inaction in terms of transboundary water cooperation, and the potential benefits of such cooperation … This limited water cooperation, however, entails significant costs and major risks for the future development of the region … analyses these “costs of inaction” … By raising awareness of these costs of inaction, and by setting out a variety of pathways towards eliminating them in the future, the present report seeks to encourage and support Central Asian policy-makers in strengthening regional water cooperation and improved water governance. The costs of inaction mirror the potential benefits of water cooperation, and their scale hence demonstrates the scale of the benefits and opportunities that better water management and closer cooperation can deliver for Central Asia … Both the policy brief and the report are also available in Russian.
https://www.adelphi.de/en/publication/rethinking-water-central-asia
Direkt zum Dokument:
https://www.adelphi.de/en/system/files/mediathek/bilder/Rethinking%20Water%20in%20Central%20Asia%20-%20adelphi%20carec%20ENG.pdf
AA-Wasserdiplomatie in Zentralasien
http://www.taschkent.diplo.de/Vertretung/taschkent/de/05/Entwicklungspol__Zusammenarbeit/Wasserinitiative/AA-Wasserinitiative.html
GIZ-Grenzüberschreitendes Wassermanagement in Zentralasien
https://www.giz.de/de/weltweit/15176.html
GWP-Regionalforum Zentralasien
http://www.germanwaterpartnership.de/regional-und-laenderforen/zentralasien/index.htm

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Friends of Europe

It’s time to stop talking and start developing Africa’s infrastructure

23 Jan 2018 African economies have shown an impressive resilience in recent years. Yet sustained and inclusive growth requires more and better access to funds and stronger coordination of international, public, private and national investments in Africa’s critical energy, water, sanitation, transport, health, education and telecommunications sectors … The good news: more and more international organisations, development agencies and individual states are paying attention to development opportunities and challenges in Africa, including the building and upgrading of infrastructure connectivity across the continent. The bad news: Africa’s infrastructure needs amount to $130–170 billion a year, with a financing gap in the range of $68–$108 billion. This means ensuring access to more financing but also better coordination among the various development actors and investors in Africa. Africa’s leading foreign partners must also work together more actively to coordinate their investments in African infrastructure … easier access to funding is not enough.

African governments must also put in place effective institutional arrangements to manage the complex tasks of project planning, design, co-ordination, implementation, and regulation.

They also have to focus on the soft side of infrastructure development ‒ on tackling the big policy and regulatory issues, on training the teams assembling the financing packages, and on conducting constant research to keep up with the knowledge frontier …

http://www.friendsofeurope.org/publication/its-time-stop-talking-and-start-developing-africas-infrastructure#1

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*Massenbach’s Recommendation*

FAZ: Offensive gegen Kurden -: Verstößt die Türkei gegen das Völkerrecht?

Anne Peters ist Direktorin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg.

Im FAZ.NET-Interview erklärt sie, wie der türkische Militäreinsatz in Nordsyrien aus völkerrechtlicher Perspektive zu bewerten ist.

Frau Peters, was spricht aus völkerrechtlicher Sicht gegen die jüngste Militäroffensive der Türkei und mit ihr verbündeter Rebellen?

Grundsätzlich gilt das Gewaltverbot. Ein Staat darf nicht mit Gewalt in das Gebiet eines anderen Staates eindringen. Wenn also die Türkei militärisch in Syrien aktiv wird, bedarf das einer besonderen Rechtfertigung, sonst ist das völkerrechtswidrig – es sei denn, die Regierung des betroffenen Landes willigt in den Einsatz ein.

Aber es gibt sicher auch Ausnahmen?

Ausnahmen sind eine Ermächtigung des UN-Sicherheitsrates – die nicht vorliegt – oder das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta. Darauf haben sich auch die Länder der westlichen Koalition 2014/15 berufen, als ihr Syrien-Engagement begann – und die Türkei, als sie 2016 eine andere Militäroperation in Nordsyrien starteten.

Das Argument des Selbstverteidigungsrechts ist aber im syrischen Fall nicht unumstritten …

Wir haben hier den besonderen Fall, dass es sich beim „Islamischen Staat“ (IS) um einen nichtstaatlichen Akteur handelt. Völkerrechtlich ist umstritten, ob das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 und das parallele Gewohnheitsrecht auch gegen Angriffe solcher Akteure angewendet werden kann. In der gegenwärtig beim Bundesverfassungsgericht anhängigen Organstreitklage der Linksfraktion des Bundestags gegen die deutsche Beteiligung am Einsatz gegen den IS geht es auch um dieses Argument.

Terroranschläge wie die von Paris haben aber gezeigt, dass auch nichtstaatliche Akteure wie der „Islamische Staat“ eine direkte Bedrohung für andere Staaten sind. Diese müssen sich ja dagegen wehren können.

Die Grundlagen dafür wurden schon vorher gelegt. Spätestens nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geriet die klassische Auslegung des Selbstverteidigungsrechts – nach der dieses Recht nur gegen bewaffnete Angriffe von Staaten gilt – immer mehr ins Wanken, weil 9/11 von der Terrorgruppe Al Qaida ausging. Seitdem dringt die Meinung vor, dass man Staaten erlauben muss, sich gegen massive nichtstaatliche bewaffnete Angriffe zu wehren. Seit dem Aufstieg des IS hat Amerika das noch weiter vorangetrieben. Sie argumentieren so: Wenn ein Staat, von dessen Territorium aus die Terroristen agieren – in dem Fall Syrien – nicht willens oder nicht in der Lage ist, den nichtstaatlichen Akteur einzudämmen, dann ist Selbstverteidigung auf diesem Territorium ebenfalls erlaubt. Die Türkei hat das bereits 2015 aufgegriffen und will jetzt davon im Kampf gegen die Kurden profitieren.

Kann man also gar nicht klar sagen, dass die türkische Militäroffensive ein Bruch des Völkerrechts ist? Die Regierung in Damaskus wirft ihr ja vor, die Souveränität syrischen Territoriums zu verletzen, während sie sich auf ihr Selbstverteidigungsrecht beruft.

Eigentlich kann man das relativ klar sagen. Selbst wenn das Selbstverteidigungsrecht prinzipiell gegen nichtstaatliche Akteure zur Verfügung steht, müsste ein Angriff auf das Territorium der Türkei aktuell vorliegen oder unmittelbar bevorstehen und die Reaktion darauf müsste auch verhältnismäßig sein, also notwendig und angemessen. Die Türkei müsste auch als verfahrensmäßiger Schritt den UN-Sicherheitsrat informieren. Ich sehe aktuell keinen bewaffneten Angriff. Die bloße Tatsache, dass diese Gruppen in dem Gebiet autonom sind, liefert dafür keine Anhaltspunkte. Das ist auch der Unterschied zur ersten Bodenoffensive unter türkischer Beteiligung in Syrien 2016: Diese richtete sich vor allem gegen den IS, und im Vorfeld gab es tatsächlich eine Reihe von schweren Anschlägen, die die Organisation in türkischen Städten verübt hatte.

Source: https://geopoliticalfutures.com/turkey-enters-fray/

Erdogan hat deutlich gemacht, dass Afrin, wo die Verbündeten der Türkei mit türkischer Unterstützung aktuell vorrücken, nur ein Teil der Operationen gegen die Kurden sein soll. Danach sollen ihre Organisationen auch aus Manbij und später entlang der gesamten türkischen Grenze vertrieben werden. Die Kräfte in diesen Gebieten sind aber mit Amerika verbündet, Amerikaner sind selbst dort präsent. Konflikt ist da programmiert. Hat Washington dann aus völkerrechtlicher Sicht die besseren Argumente?

Eine wesentlich ausgeweitete Offensive Richtung Nordosten würde noch stärker zur Unverhältnismäßigkeit des türkischen Einsatzes führen. Ein anderer Punkt ist, dass die Rechtfertigung für die amerikanische Präsenz in Syrien auch prekär ist. Hier spielt aber auch eine Rolle, dass Amerika sich wie viele andere beteiligte Staaten – unter anderem Deutschland – auf eine Bitte des Irak zur Verteidigung gegen den IS berufen kann, der ja auch von syrischem Territorium aus operiert.

Wie ist die amerikanische Ankündigung zu bewerten, langfristig in Syrien bleiben zu wollen? Das klingt ja so, als ob es auch für die Zeit nach einem endgültigen Sieg über den IS Gültigkeit hätte.

Das wäre dann aus völkerrechtlicher Sicht nur auf Einladung durch die syrische Regierung möglich. Aber vielleicht gibt es da auch im Hintergrund geheime Absprachen zwischen den beteiligten Akteuren.

www.faz.net/aktuell/politik/ausland/syrien-verstoesst-die-tuerkei-gegen-das-voelkerrecht-15412253.html?xtor=EREC-7-[Themen_des_Tages]-20180123&utm_source=FAZnewsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter_FAZ_Themen_des_Tages

For further reading: Turkey Enters the Fray ( attached)

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see our letter on: http://www.massenbach-world.de/41259.html

*Herausgegeben von Udo von Massenbach, Bärbel Freudenberg-Pilster, Joerg Barandat*

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UdovonMassenbachMailJoergBarandat

01-23-18 Concepts of Uncertainty and the Collision with Reality.pdf

01-18-18 Back to What Future_ What Remains for Syria’s Displaced People – Carnegie Mi.pdf

01-24-18 Turkey Enters the Fray – Geopolitical Futures.pdf

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